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Schland-Netz? Ein eigenes Internet für Limburg?

Ein “Schland-Netz”, also ein von und auf Deutschland abgeschottetes Internet, kann und wird es nicht geben. Dafür ist das Netz einfach zu offen. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei einmal dahin gestellt, aber möglich ist es kaum und sinnvoll schon einmal gar nicht. Vielleicht ist es ja auch einfach egal, ob unsere Daten und Spuren im Netz von der deutschen, amerikanischen, russischen oder chinesischen Regierung gespeichert und ausgewertet werden. Wer denkt, irgendein Land, das dazu technisch in der Lage ist, würde sich da zurückhalten, glaubt wahrscheinlich auch, dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon gut sind und Deutschland mitten in einer Wirtschaftskrise steckt.

So fern ist ein “Schland-Netz” bzw. sogar ein Frankfurt-, Wiesbaden-, Koblenz-, Gießen-, Wetzlar- oder Limburg-Netz aber gar nicht. Zumindest nicht aus Nutzersicht: Denn unabhängig davon, welche Wege Datenströme weltweit nehmen, so wird das Internet doch immer mehr dazu genutzt, um sich lokale Informationen zu holen.

Fast jeder hat sicher schon einmal mit dem Smartphone nach einem nahegelegenen Restaurant gesucht oder sich Bewertungen eines Hotel angesehen, bei dem man gleich vorbei fahren und dort, je nach Bewertung, absteigen wird. Es soll sogar Menschen geben, die sich vor dem morgendlichen Brötchenholen im Internet über die lokalen Bäcker und deren Angebote informieren. Zugegeben, beim lokalen Metzger habe ich ähnliches auch schon einmal getan.

Was für Internetnutzer ganz natürlich ist und tagtäglich angewandt wird, ist für viele Unternehmen noch neu. Die Themen “mobile Webseite”, “responsives Webdesign” oder gar Anzeigen wie “gerade offen” oder “Heute Verkaufsoffener Sonntag”. Sind auf Webseiten von Unternehmen leider aktuell noch kaum zu finden. Dabei sind genau das die Dinge, die Internetnutzer interessieren. Mehr noch als ein aktueller Tweet von Lady Gaga interessiert viele potentielle Kunden doch, wer hier in Limburg ganz lokal und greifbar die besten Brötchen backt, die leckerste Wurst herstellt oder welcher Bauträger einem angehenden Häuslebauer auch an einem Sonntag zur Verfügung steht. Also kein eigenes Internet für Limburg! Aber die Möglichkeiten einer lokalen Internetnutzung aufgreifen und am Schopfe packen!

5 Gedanken zu „Schland-Netz? Ein eigenes Internet für Limburg?

  1. Die skizzierten Ideen finde ich ganz spannend. Ein paar Anmerkungen gäbe es noch zu einigen Passagen.

    >wird das Internet doch immer mehr dazu genutzt, um sich lokale Informationen zu holen
    Um das umzusetzen, wäre erst mal eine Georeferenzierung wichtig, zumindest um die Laufkundschaft anzusprechen. Wer ohnehin in der Gegend lebt, wird seine Stammgeschäfte und -institutionen ohnehin gebookmarkt haben. Das kann auf einem relativ niedrigen Niveau mit einer simplen Verlinkung auf Google Maps passieren, wobei eine offene Plattform wie Open Streemap mir persönlich sympathischer wäre. Auch Foursquare kann dafür ein ganz nützliches Tool sein.

    >oder gar Anzeigen wie “gerade offen” oder “Heute Verkaufsoffener Sonntag”
    Sowas wäre natürlich spannend. Allerdings steht dem gegenüber, dass die meisten Gewerbetreibenden, Kultureinrichtungen oder anderen Institutionen nicht die Zeit und das Interesse haben, um sich um die schnelle Aktualisierung ihrer Webseite zu kümmern.

    Um das vernünftig umzusetzen, fallen mir zwei Möglichkeiten ein: Man könnte ein sehr simples, leicht zu bedinendes “Mini-CMS” anbieten, bei dem beispielsweise der Restaurantbetreiber einfach nur sein Mittagsmenü in eine simple Maske reinhackt, der Metzger sein Tagesangebot einträgt oder die Kleinkunstbühne einfach per Checkbox anklickt, ob an der Abendkasse noch Karten zu haben oder ob alle ausverkauft sind. Das müsste idealerweise nicht nur mit dem entsprechenden Feld auf der Webseite verknüpft sein, sondern gleich auch mit Facebook, Twitter oder anderen gewünschten Plattformen. Vor allem aber muss alles so simpel bleiben, dass der Laien-Nutzer absolut nichts falsch machen kann und auch nicht zu viel Zeit aufwenden muss. Die Alternative wäre, die Pflege solcher aktuellen Angebote als Geschäftsmodell anzubieten. Da bliebe zu fragen, ob und wie viel kleine, lokale Firmen dafür zahlen möchten und wie man den Informationsfluss zwischen Betrieb und “Webseiten-Pfleger” so organisiert, dass die gewünschte hohe Aktualität funktioniert und gleichzeitig kein unnötiger Zeitaufwand durch ständige Absprachen entsteht.

    >wer hier in Limburg ganz lokal und greifbar die besten Brötchen backt, die leckerste Wurst herstellt
    Zentral zusammengefasst würde das aber nur schwer funktionieren. Vermutlich beschwert sich schon der jeweils Zweitbeste und auf jeden Fall diejenigen ganz am Ende der Liste.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar, Herr Thies,
      Apps wie Foursquare, werden sicher eine große Zukunft haben. Die Entwicklung in diese Richtung steht ja gerade erst am Anfang.
      Anzeigen wie “gerade offen” oder “heute verkaufsoffener Sonntag” können durch das CMS einer Webseite automatisch eingeblendet werden. Wir arbeiten hier gerade an einer solchen Thematik für die Webseite eines Kunden aus Limburg. Wie Sie bereits schreiben, steht und fällt alles mit der Einfachheit der Bedienung des CMS bzw. auch mit weitestgehend möglichen Automatisierungen. Wir freuen uns schon hierüber bald wieder berichten zu dürfen, denn dieses Thema wird sicher sehr spannend und für viele Unternehmen interessant sein.

  2. Da bin ich sehr gespannt. Wobei ich die volle Automatisierung skeptisch sehe. Gerade bei Kleinbetrieben kann der Inhaber ja relativ flexibel entscheiden und ist, je nach Branche, vielleicht mal außer Haus im Einsatz. Da wäre eine voll automatisierte Geschichte eine Fehlerquelle und eine manuelle Einstellungmöglichkeit mit der skizziert einfachen Bedienung wichtig.

    1. Hallo Herr Thies, wir arbeiten an einer grundsätzlich automatisierten Lösung, die aber auch manuelle Eingriffe ermöglicht. Diese erste Entwicklung ist für ein Restaurant in Limburg, welches auch einmal geschlossene Gesellschaften o.ä. hat, was natürlich manuelle Eingriffe erforderlich macht. Wir halten Sie diesbezüglich sehr gerne auf dem Laufenden.

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